An diesem Wochenende schien in Braunwald wieder alles möglich zu sein. Vom EU-Botschafter Michael Reiterer über Nationalrätin Christa Markwalder hinzu Liechtensteins Diplomatin und Ministerin Doris Frick - hochrangige Persönlichkeiten der Politik und Wirtschaft trafen ein, um beim vierten Inferno Rennen miteinander ein spezielles Wochenende zu verbringen. Gekrönt wurde das Event mit einer "Spontaneinbürgerung" der Holländerin Susan Schimmer durch unseren Landammann Andrea Bettiga.
Anlässlich des vierten Inferno Rennens lud alt Botschafter Benedikt Wechsler zu mehr als "nur" ein Skirennen nach Braunwald ein. Von politisch wirtschaftlichen Gesprächsthemen im Ahorn ging es über den Gummen via Grotzenbühl bis auf den Seblengrat, dann über die Panorma-Piste via Bsinti ins Märchenhotel, wo die Inferno Teilnehmer nach der Preisverleihung noch mit einem Betty Legler Konzert belohnt wurden.
"Der bilaterale Weg ist der Beste"
Anlässlich des Europa-Forums in Braunwald liess EDA Diplomat Benedikt Wechsler seine Kontakte spielen und lud als Stargast des Abends den früheren EDA-Staatssekretär, langjährigen IKRK-Präsidenten und Diplomat Jakob Kellenberger zur Diskussionsrunde mit Nicola Forster, Präsident der Jungunternehmens Think Tank foraus, ein. Moderiert von Christoph Nufer, dem langjährigen Brüssel-Korrespondenten des Schweizer Fernsehens, wurde die Diskussionsrunde über den Stand der Schweiz in Europa zu einem erlebnisreichen Ereignis.
"Junggeist" Forster trifft "Altgeist" Kellenberger
Dass die Schweiz derzeit trotz "Europa-Herz-Lage" besser nicht der EU beitritt, ist für beide unumstritten, vielleicht sei es aber ein Fehler gewesen, 1992 nicht dem EWR beizutreten, doch dass sich auch daran in den nächsten Jahren wohl eher nichts ändert und wenn dann nur auf bilaterem Wege, war ebenfalls für beide klar. Gedanken anregen, mögliche Szenarien vorab durchspielen, nicht denken, es würde trotz der stabilen Schweizer Wirtschaft immer so bleiben - Nicola Forster meisterte die Diskussionsrunde mit dem "Schweizer Politiker des Jahres" Jakob Kellenberger mit Bravour, lediglich Christoph Nufer bekam ab und an einen "Rüffler" vom Altmeister ab.
"Team 16 - wir sollten dann noch die Kurtaxe zahlen"
Unglaublich amüsant ging es bei der anschliessenden Inferno-Team-Auslosung zu. Wer mit wem und wer lieber nicht mit wem wurde in einer Auslosung durch Braunwald-Botschafter Benedikt Wechsler in Zusammenarbeit mit Giannina Rageth (derzeit Klausen-Pass-Tourismus) festgelegt. Team 16 wird zusammengestellt - Martin Vogel als selbst ernannter Anführer klärt seine fünf Mitstreiter (unter anderem Diplomat und Botschafter Alexandre Fasel) erst einmal über die Pflichten auf: "Wir sollten dann noch unsere Kurtaxe zahlen." Ob gezahlt oder nicht, pünktlich 7:30 Uhr am nächsten Morgen ging es für alle Rennfahrer unter strahlend blauem Braunwald-Himmel los.
"Kurven fahren - alles überbewertet"
Vorbei am Ortstock, freier Blick auf den Tödi, die Selbsanft, auf den frisch präparierten Pisten ging es heiss her. "Eigentlich dachten wir am Anfang, dass es sicher noch ein gemächliches Rennen wird, aber nein: Kurven fahren, Schlangenlinien - alles überbewertet. Senkrecht standen die Ski, an ein morgen wurde nicht gedacht", so Tobias Naef, Vorstandsmitglied bei foraus am Tage der Preisverleihung. Ein Team hatte sich ohne Auslosung vorab zusammen geschlossen: Das Braunwald-Elm-Team bestehend aus Maya Kobi Largo, Susi Zentner, Christoph Meier, Lisa Eberhard und Eventmitorganisatorin Giannina Rageth. Platz 3 (von 16) für unser neues Glarus Süd Team.
Holland gewinnt mit einer Prise Diplomatie
Im Märchenhotel fand Samstagabend die Preisverleihung statt, verlesen werden die Gewinner von Ratsschreiber Hansjörg Dürst. Verloren hat an diesem Tage niemand der insgesamt 19 Inferno-Teams. Jedem wurden Glarner Präsente unter lautem Gejohle der Mitstreiter überreicht. Tosender Applaus von allen Seiten bei der Ernennung des Siegerteams. Mit nur 1,25 Sekunden vor dem Glarus Süd Team gewinnen Markus Hefti, Susan Schimmer, Georges Hofmann, Rolf van de Velde und Benedikt Wechsler persönlich das vierte Inferno-Rennen. Anlass für Martin Vogel, Landammann Andrea Bettiga wieder auf die Bühne zu holen und eine "Spontaneinbürgerung" für Holländerin Susan Schimmer in die Wege zu leiten.
Braunwald auf Vormarsch
An diesem Wochenende wurden jenste neue Kontakte geknüpft, alte wieder aufgefrischt und Dutzende von Visitenkarten ausgetauscht. Das Glarnerland wurde durch Reden von Glarus Süd Gemeindepräsident Thomas Hefti, von Landammann Andrea Bettiga, Fritz Trümpi, den Vögels und natürlich Benedikt Wechsler gekonnt in den Vordergrund gedrängt. Man zeigte Braunwald - und Braunwald zeigte sich. Ob am Abend oder am Tag, das Wetter spielte mit und liess das ewige Eis und die einmalige Berglandschaft (Auszug aus Andrea Bettigas Rede) in einem ganz besonderen Licht erscheinen. Professoren, Botschafter, Diplomaten, Juristen, Menschen aus Wirtschaft und Politik fanden in Braunwald ein Fleckchen Erde, auf dem sie abschalten konnten und Miteinander einen Weg fanden. "Wir wollen wieder kommen", da waren sich alle einig.
P.S.: Ganz so spontan gehts bei den Einbürgerungen dann doch nicht zu. Der Pass war natürlich nicht vom Amt für Migration abgestempelt ;-)
Und so sah einiges dann in Bildern aus:
Freitag im Bsinti: Fritz Trümpi (links) und Benedikt Wechsler freuen sich über die bisherige Bsinti-Geschichte und den derzeitigen Stand
Vom Bsinti an die Ahorn-Schneebar: Maya Kobi Largo und Giannina Rageth besiegeln hier gerade das Braunwald-Elm-Team
Verleger Hansrudolf Frey erinnert sich Freitagabend im Ahorn an eine spezielle Begegnung mit Jakob Kellenberger: "Er rief mich aus dem Libanon mit einem Feldtelefon an und sicherte mir im Sturmhagel die rechtzeitige Korrektur des Völkerrechtsbuches zu".
v.l. Hansrudolf Frey, Elsa Baeschlin, Jakob Kellenberger
Diplomatie im Ahorn: v.l. Benedikt Wechsler, Jakob Kellenberger und Fritz Trümpi vor dem offiziellen Europa-Gespräch
Europa-Runde im Ahorn: v.l. Nicola Forster, Moderator Christoph Nufer und Jakob Kellenberger sorgten mit Aussenpolitik für Stimmung
v.l. Renata und Hansjürg Kessler sowie Standortförderer Christian Zehnder werden sich am nächsten Tag mit ihren Gegenüber beim Inferno-Rennen messen
P.S. Das sind tatsächlich die "Ski-Kesslers", bei denen zwei Kinder meiner Katze leben.
Christa Tobler, Professorin für Europarecht, behandelt an der Uni unter anderem als Schwerpunkt das bilaterale Recht zwischen der Schweiz und der EU und hat demnach die richtige Frage parat
Inferno-Teamauslosung im Ahorn: Benedikt Wechsler und Giannina Rageth verraten den Teilnehmern nun, in welchem Team sie fahren
Und alle wollten ihn im Team haben: Hansjürg und Renata Kessler freuen sich über ihren Bekanntheitsstatus
Martin Vogel wies sein Team erst einmal auf die anstehende Kurtaxe hin und ernannte sich zum Anführer seines Teams...
Martin Vogel ist übrigens der "Märchenonkel" der Schweiz. Er führte zusammen mit seiner Frau Lydia bis zur Übergabe an seinen Sohn Patric das Märchenhotel Bellevue und liess es sich nicht nehmen, jeden Abend den Kindern Märchen zu erzählen. Sein Sohn führt diese Tradition heutzutage natürlich weiter.
Vom WEF in Davos nach Braunwald: Nationalrätin Christa Markwalder freut sich schon auf die Abfahrt am nächsten Morgen
Und damit sich keiner am nächsten Morgen verirrt, erklärt Benedikt Wechsler die Inferno-Strecke und lässt ein Video des letzten Inferno-Rennens laufen
Was meinen Sie, wen sich der Wirtschaftsförderer Christian Zehnder gerade in sein Team wünscht?