Braunwald bekommt eine eigene Regabasis

 

... zumindest für einen Tag.

 

Und es war ein herrlicher Tag auf dem Grotzenbühl.

 

Wo soll man bei so vielen Eindrücken nur beginnen? Vielleicht an dem Ort, an dem man gleich zu Beginn des Tages jemand kennenlernte, der tatsächlich sein Leben der Rega zu verdanken hat - in einer Gondel der Sportbahnen Braunwald.

 

Ganz und gar auf Rega gestimmt, so lernte ich Remo und Dani Russo kennen - ein Vater-Sohn-Gespann, das es ohne die Rega heutzutage tatsächlich nicht mehr geben würde! So stolperte Remo letzten Dezember beim Weihnachtsfest in Glarus eine Treppe hoch, fiel so unglücklich, dass er sich zwei Hirnblutungen sowie einen Schädelbruch zu zog und von der Rega in Windeseile ins Unispital Zürich geflogen wurde. An den Flug kann sich Remo nicht mehr erinnern, auch nicht an die Reanimation und ebenso wenig an den einen Monat, in dem er im künstlichen Koma lag. Ein Grund mehr für ihn, an diesem Samstag seine Retter mal persönlich zu besuchen.

 

"Danke Rega: Ihr habt meinem Sohn das Leben gerettet"

Text vom 14. Juli 2013

 

 

 

Remo Russo lebt und dieses hat er nicht nur seinen Eltern zu verdanken. Am Samstag besuchte er mit seinem Vater die Menschen, die ihm zum zweiten Mal das Leben schenkten. Die Regastation Mollis wurde für einen Tag nach Braunwald verlegt und zeigte mit der SAC-Rettungskolonne Glarus Süd auf Grotzenbühl, worauf es bei den Einsätzen ankommt und welche Werkzeuge sie in unserer Gletscherwelt zu Rettung einsetzen können.

 

Ganz und gar auf Rega und SAC gestimmt - am Samstag trafen auf Grotzenbühl etliche Menschen ein,  um die Welt der Flugretter besser kennen zu lernen und einen Tag dem alltäglichen Leben zu entkommen. Bei strahlend schönem Sonnenschein wurde ein Chämistuben-Programm geboten, das abwechslungsreicher kaum hätte sein können. Gespannt und entspannt warteten die Gäste am Morgen auf den Rega-Heli, der mit 45 Minuten Verspätung im Ziel - weniger Meter hinter der Chämistube - ankam.

 

Ein "Date" mit der Rega

 

Bei einem "Date" mit der Rega kann man sich nie sicher sein,  versetzt zu werden oder warten zu müssen - zumindest, wenn man sich nicht in Gefahr befindet. Doch Chämistuben-Wirt Claudio Keller hatte vorgesorgt - mit einem abwechslungsreichen Programm und Übungen durch die SAC Rettungskolonne Glarus Süd. So traf neben der Holzbildhauerin Jacky Orler auch die alpine Rettung Glarnerland ein. Thomas Küng, Obmann der Rettungsstation 4.01 Linthal und Freiwillige seines Teams weckten bei dem einen oder anderen Kind einen neuen Berufswunsch - von Pilot über Notarzt hin zum Gletscherspalter. Doch nicht nur die Kinder entdeckten das Werkzeug der Lebensretter für sich, auch einige Besucher wie der Braunwalder Franz Jöhl erinnerten sich bei diesem Anblick an die Zeit im Zeichen der Flugrettung zurück.      

 

Nichtraucher, um andere retten zu können

 

Ein Unfall ist nicht vorhersehbar und kann überall jeden plötzlich treffen. Wird es in unser alpinen Welt besonders brenzlig, zieht ein Fönsturm auf oder verliert man in besonders unzugänglichen Gegenden plötzlich den Halt, wird die Rega durch den SAC und die alpine Rettung Schweiz unterstützt - so auch beim letzten Einsatz von Thomas Küng und seinem Team. Aufgrund der Schlecht-Wetter-Lage schaltete die Rega das Linthaler Team ein. Unterhalb der Fridolinshütte hatte sich ein Unfall ereignet. "Uns sieht man eigentlich nicht rauchend, denn ruft uns die Rega zu Hilfe, heisst es in der Regel: Laufen, meist bergauf in unwegsamen Gelände bei Nebel", so Thomas Küng, der an diesem Tag sichtlich Freude hat, den Interessierten den Gletscherspalter und andere Hilfsmittel zeigen zu können. Werkzeuge, die glücklicherweise nur selten zum Einsatz kommen und die auch bei der Rettung eines jungen Glarners nicht eingesetzt werden mussten.

 

Einfach mal danke sagen

 

Wie schnell man in Lebensgefahr geraten kann und auf die Flugrettung angewiesen ist, erzählen an diesem Tag Remo und Dani Russo. Ein Vater-Sohn-Gespann, das es ohne die Rega heutzutage tatsächlich nicht mehr geben würde. So stolperte Remo letzten Dezember beim Weihnachtsfest in Glarus eine Treppe hoch, fiel so unglücklich, dass er sich zwei Hirnblutungen sowie einen Schädelbruch zu zog und von der Rega in Windeseile ins Unispital Zürich geflogen wurde. An den Flug kann sich Remo nicht mehr erinnern, auch nicht an die Reanimation und ebenso wenig an den einen Monat, in dem er im künstlichen Koma lag. Ein Grund mehr für ihn, an diesem Tag seinen Lebensrettern einen persönlichen Besuch abzustatten und einfach mal "danke" zu sagen.

 

Die Rega-Braunwald-Kurzfotostory

 

 

 

Was für ein Landeplatz - zwischen Tödi und Ortstock soll um 10 Uhr die Rega landen

 

 

 

10:45 Uhr waren sie dann da und verrieten nur "es war glücklicherweise kein blutiger Einsatz"

 

 

 

Stationiert auf Grotzenbühl standen sie den Gästen Rede und Antwort und liessen sich in ihren Heli schauen

 

 

 

 

Sympatisches Rega-Team: v.l. Paramedic Roman Felix, Pilot Markus Lehmann und Notarzt Philipp Stein

 

 

 

 

Das Vater-Sohn-Gespann, das es ohne die Rega nicht mehr geben würde - Remo und Dani Russo

 

 

 

 

Die Kinder und der Gletscherspalter...

 

 

 

 

Die Kinder und der Helm...

 

 

 


Volles Kinderprogramm: Kinder in der Hüpfburg

 

 

 

 

Die Kinder in der Luft...

 

 

 

Und überall: Claudio Keller - hier mit Holzbildhauerin Jacky Orler und seinem angehenden Zwärg Baartli

 

 

 

Und hier mit dem Originalrucksack des ersten Eiger Nordwand Bezwingers Anderl Heckmair, abgeholt von Rainhold Messner für sein nächstes spannendes Event

 

 

 

Und hier noch Claudios neue Haustiere, "rent a goat", des Märchenhotels kleine Ziegen auf Grotzenbühl

 

 

 

Braunwalder Franz Jöhl war ebenfalls Flughelfer und arbeitete mit Lawinenhunden, auch für ihn geht nun wieder ein unvergesslicher Tag zu Ende

 

 

 

Und auf zum nächsten Einsatz...

 

 

 

Und am Ende des Tages trifft man dann wieder auf die Braunwald-Kutschen, hier die Schuler-Transport-Rösser

 

 

 

 

Auf bald in Braunwald