Am Freitag, den 29.11.2019 hatte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin, um meine Blutergebnisse vom März 2019 zu besprechen. Im März liess ich meine Fruchtbarkeit untersuchen, dann fehlte mir bis zum November der Mut, die Ergebnisse abzuholen, doch nun sass ich an diesem Freitag bei ihr.
Sie fragte mich, ob ich mich nicht öfter sehr müde fühle und wie es mir wirklich geht. Meine Blutwerte seien in einigen Bereichen sehr alarmierend, die Schildrüse arbeite nicht recht. Dies sei auch der Grund, warum es nicht mit einer Schwangerschaft klappt. Die anderen Werte wären so lala bis ok, nach einer hormonellen Behandlung und Ernährungsunstellung würde einer Schwangerschaft aber nichts im Wege stehen. Dann sprach sie von Hashimoto und dass meine Werte ganz für Hashimoto sprechen. Sie schrieb mir dieses Wort auf einen Zettel und verwies mich für Erste an meinen Hausarzt.
Seit dem 1. Advent 2019 versuche ich nun, mich konsequent nach Hashimoto zu ernähren. Seitdem erlebe ich verschiedene Phasen, verliere Kilos und habe interessante Gespräche, Zukunftspläne und Gedanken im Kopf. An dieser Stelle gibt es nun ein Hashimoto-Tagebuch und später kommend weitere Informationen zu Hashimoto.
Montag, 9.12.2019 - 9 Tage zucker-, gluten- und lactosefrei
Die Diagnose am Freitag, den 29.11.2019 war anfangs ein Schock. Kein Lactose, kein Zucker und kein Gluten! Diverse andere Sachen wie Knoblauch, Zwiebeln, Cashewnüsse usw. sollte man ebenfalls meiden. Ich wusste nicht, was ich überhaupt noch essen darf.
Das Recherchieren ging los. Kokusblütenzucker? Nie zuvor gehört - am Samstag, den 30.11. deckte ich mich zum ersten Mal mit einem "Grundstock" an gluten, lactose- und zuckerfreien Lebensmitteln ein.
Erster Einkauf nach Hashimoto
Anfangs dauert es definitiv viel länger beim Einkaufen, wenn man auf die Zutaten achten muss. Es ist unglaublich, wo überall Zucker, Geschmacksverstärker und Gluten enthalten ist. Schnell fand ich dann aber die Bioabteilung und konnte doch ein paar Produkte einpacken: Hanfmehl, Leinsamenmehl, Studentenfutter, gedörrte Früchte, Bananen, Orangen, Mangos, Feigen, Datteln, Mandarinen, Rübli, Kürbis, Kartoffeln, Gurken, Spaghetti aus Mais- & Reismehl, Lachs, diverse Fische, Wildreis, Kokusblütenzucker, Kokusblütensirup, Argavensirup, Kurkuma (super Gewürz, entzündungshemmend), Avocados, Reis-, Mandel- & Kokusnussmilch. Damit liess es sich zu Beginn wunderbar leben. Beim zweiten Einkauf fand ich lactosefreien Frischkäse, Quark und Joghurt sowie Pfefferminze. und einen super leckeren Rote Beete-Meerettich Aufstrich.
Erste Hashimoto-Experimente
Am ersten Advent ging es mit den ersten Experimenten los... Ich hatte zuerst eine Art Früchtebrot/ Früchtekuchen gebacken. Zutaten: Hanfmehl, Leinsamenmehr, gedörrte Früchte, Bananen, etwas Kokusblütenzucker, Birnenbrotgewürz, klein gehacktes Studentenfutter. Eier hatte ich vergessen, aber es war auch so ok. Ich habe schnell gelernt, einfach nur noch dann zu essen, wenn man wirklich Hunger hat. Dann schmeckt fast alles. Wobei ich aber gleich nach erwähnen muss, dass ich es auch wahnsinnig schön finde, neue Lebensmittel und Geschmäcker zu entdecken und es wirklich sehr leckere, auch komplett vegane Speisen gibt.
Am 3. Tag habe ich eine Art Milchreis gemacht. Wildreis mit Kokusnussmilch, Vanillemark, Kokusblütenzucker, ein wenig Argavensirup und püriertem Obst. Auch lecker. Dann habe ich zum ersten Mal ein "normales" Brot selbst gebacken. Natürlich ohne Rezept und in der Hoffnung, dass es schmeckt. Zutaten: Reismehl, Buchweizenmehl, Wasser, Prise Salz, etwas Kurkuma,Trockenhefe, Olivenöl und ein wenig Kokusblütenzucker. Alles vermischt und eine Stunde abgedeckt ruhen & gehen lassen, dann bei 200 Grad im Steamer gebacken, ca. 50 bis 60 Minuten. Wer keinen Steamer hat: Kein Problem, der normale Backofen geht auch, dazu einfach einen kleinen Behälter mit Wasser hinein stellen. Das Brot war gut, aber es fehlten irgendwie Körner.
Am 5. Tag nach der Diagnose ging ich nach der Abend im Zürcher Hauptbahnhof in den Bioladen. Ernüchternd: Keinerlei Gummibärchen, die für Hashis geeignet sind, überall Rohrzucker enthalten. Dafür fand ich diverse glutenfreie Brotbackmischungen.
Mein nächster Brotbackversuch wurde demnach besser. Die Mischung hiess Wonderbrod und war voller Körner. Dazu gab es dann lactosefreien Frischkäse und lactosefreien Quark,Pfefferminze,Gurken - klasse und sättigend. In der letzten Woche ass ich zum Brot gerne auch Fisch. Z.B. in Lachs soll auch das mir fehlende "Selen" enthalten sein. Als Panade eignet sich eine Maispanade, als Öl habe ich nun statt des Sonnenblumenöls ein gutes Olivenöl verwendet, dazu gab es Rübli - wunderbar.
Die ersten verlorenen Kilos
Mein Freund hatte mir am 3.12. eine Waage gekauft - und ich freute mich total. Früher habe ich diese Dinger verflucht, liess 2015 beim Umzug die letzte Waage entsorgen... Doch seit einigen Tagen gehe ich wirklich gerne auf die Waage. Mein aktuelles Kampfgewicht ist für meine Körpergrösse nach wie vor schrecklich, aber immerhin habe ich in den ersten 10 Tagen schon 4,5 Kilo verloren! In den letzten 5 Jahren hatte ich tatsächlich rund 20 Kilo ganz klammheimlich zugelegt. Klar merkte ich, dass die Röcke von früher nicht mehr so gut passten, aber dann nähte ich selbst und ass dabei gern Süsses. Peinlich - bei 1.69 noch immer über 90... Pssst. Über Geld und Gewicht spricht man eigentlich nicht. Aber was solls? Man muss wohl auch mal zu seinen Fehlern stehen und offen über Zahlen sprechen. Ziel der nächsten 10 Tage: Unter 90. Ziel der nächsten 4 Monate: Unter 80. Endziel: Einpendeln vielleicht bei 75 Kilo - ein bisschen was darf ja schon an einer Frau dran sein.
Es ist komisch - man verliert etwas und gleichzeitig findet man 1000 neue Sachen, gewinnt mehr als man verliert, hat auf einmal neue Gedanken und neue Ziele. Aktuell schaue ich mir sogar schon den Lehrgang meines Arbeitgebers an. Meine eine Chefin hat ebenfalls Hashimoto und hat sich spasseshalber schon für meinen ersten Hashi-Kurs angemeldet. Das wäre dann im Herbst 2021. Vielleicht werde ich diplomierte Ernährungsberaterin und spezialisiere mich später auf Hashimoto und anderen Schilddrüsenproblemen. Irgendwie so...
Die Nahrungsumstellung tut mir auf jeden Fall sehr gut, auch wenn sie ab und an hart ist (der erste Restaurantbesuch...). Seit wohl bald 20 Jahren hatte ich ständig so einen Blähbauch, fühlte mich gerade in den letzten Monaten eher schlapp. Hatte öfter mal heftige Gefühlsschwankungen - 11 Tage mit der neuen Nahrung und es fühlt sich an wie ein neues Leben. Diese Adjektive passen: Fitter, ausgeglichener, ruhiger, konzentrierter, leistungsfähiger, zufriedener, glücklicher, selbstbewusster, besser...
Und damit endet dann auch endlich der erste Hashi-Eintrag...
Mittwoch, 11.12.2019 - 11 Tage zucker-, gluten- und lactosefrei?
Nein! Mit Entsetzen musste ich gestern Abend feststellen, dass selbst im lactosefreien Bio-Naturjoghurt Zucker enthalten ist!
Die Suche nach einem anderen, ähnlichen Produkt geht also los... Mein Freund sagte, dass es doch nicht so schlimm sei - ich seh es tatsächlich anders. Komplett Industriezuckerfrei - jedenfalls möchte ich es so versuchen.
Was esse ich? Morgens gern einfach Obst, Mangos, Bananen, Kiwis- egal. Dann brauche ich etwas Süsses, aber wenigstens nur Fruchtzucker. Ab und an esse ich auch dieses leckere Kürbis-Rübli Brot, fertig gekauft, gluten- und zuckerfrei. Das ist so gut, so dass man es auch pur essen kann. Fast wie Pumpernickel - also wenn mans mag. Zum Mittag ass ich gestern einfach 6 kleine Sushis und als Dessert gab es frische Kokusnuss. Am Abend gönnte ich mir 2 kleine selbstgemachte "Schwarz-Weiss-Kekse" und zwei Stück selbstgemachte Schokolade, dazu dann noch eine Scheibe von diesem Kürbis-Rübli Brot, einfach pur. Wobei es aber natürlich absolut ok ist, wenn man sich als "Hashi" einfach ein wenig latcosefreie Butter und je nach Lust auch ein wenig Kokusblütensirup rauf macht. Heute morgen zeigte die Waage trotz der Mitternachtsmahlzeit zumindest doch noch 200 g weniger an als gestern. Langsam abnehmen ist wahrscheinlich allgemein aber auch besser.
Am nächsten Morgen gibt es vielleicht mal Porrigde oder einen selbstgemachten O-Saft, Eier sind auch gut. Das Brot am besten selbst backen. Im Gegensatz zu dem früher gekauften Brot bleibt mein Brot herrlich lange frisch. Fisch liebe ich zum Glück auch mehr als Fleisch. Fleisch esse ich irgendwie im Moment gar nicht, habe einfach kein Verlangen. Gemüse ist gut - aber möglichst ohne Zwiebeln und Knoblauch, zum Braten lieber Olivenöl.
Dessert und Süsses: Es ist interessant, was man hier anders machen und neu entdecken kann. Als Süssungsmittel nahm ich anfangs mehr Kokusblütenzucker, in den letzten Tagen habe ich einige Sachen nur mit klein gehackten Datteln gesüsst. Klasse. Banane mit selbstgemachter Schokolade... Einfach reines Kakaopulver mit ein wenig lactosefreiem Quark, etwas lactosefreiem Creme Fraiche, ein wenig Kokusnussmilch und klein gehackten Datteln (oder auch Kokusblütensirup) vermischt und es war wirklich klasse. Sogar besser als die gekauften Schokobananen. Es geht also zuckerfrei - aber man muss aufpassen. Fast in allen gekauften Sachen ist Zucker drin, selbst im Putenaufschnitt und leider auch im lactosefreien Bio-Naurjoghurt.
Zum Thema Alkohol komme ich in den nächsten Tagen einmal. Da steht im Januar ein Test mit dem Baarer Hirsebier an. Es enthält auch Gluten, aber weniger, dafür kommt mehr Hirse zum Einsatz. Es gibt auch komplett glutenfreies Bier, aber wer weiss - falls das Hirsebier auch geht, wäre das auch als Ausnahme mal ok. Ich werds berichten...
Das war mein erstes selbstgemachtes Körnerbrot, allerdings eine gluten- und zuckerfreie Backmischung, mit lactosefreiem Frischkäse und lactosefreiem Quark sowie Pfefferminze - einfach lecker. Es hiess wonderbrod.
Meine Legomännchenbrot war ebenfalls eine Backmischung, allerdings dazu noch 2 geriebene Rübli dazu. Es war soooo lecker. Für die Mädchen muss ich so ein Brot nun jeden Mittwoch backen.
Es geht also tatsächlich lecker und gesund.
....als ich das Sushi ass, dachte ich, es hätte keinen Zucker, aber da hätte ich mir die lange Zutatenliste besser durchlesen sollen. Fast alles, was man kaufen kann, enthält Zucker... Es ist dank der Lebensmittelindustrie und "Zuckerlobby" fast nicht möglich, zuckerfrei durchs Leben zu kommen - es sei denn, man macht alles selbst.
Sonntag, 15.12.2019 - der erste Weihnachtsmarkt mit Hashimoto
Dass ich an diesem Mutter-Töchter-Wochenende in Nürnberg standhaft bleibe, hätte ich ehrlich gesagt selbst nicht gedacht. Mit meiner Schwester habe ich in den letzten 38 Jahren immer am liebsten genascht und unsere Mutti hat diesmal wieder ihre leckere Christstolle mitgebracht. Was haben die beiden doch geschlemmt, während ich brav beim Obst, Hafervollkornbrot mit Thunfisch und meinen Karotten blieb! Ich habe nicht einmal heimlich genascht... Wie oft hatte ich meiner Schwester doch früher am liebstens des Nachts die Schokolade weggefuttert.
Die Bewährungsprobe am Zuckerstand
Ich habe mich sogar einmal 5 Minuten ganz dicht vor einen Süssigkeitenstand gestellt, mir alles ganz genau angesehen, tief eingeatmet, gerochen und daran gedacht, was ich "früher" alles gekauft und was ich davon sofort gegessen hätte. Die Schokobanane, der Dickmann, der kandierte Apfel und die kandierten Mandeln - in etwa in der Reihenfolge. Ich fragte mich, ob irgendwann der Tag kommt, an dem ich auf einmal dem Heisshunger nach Süssem nicht widerstehen kann. Gestern stand ich auf jeden Fall davor und hatte wirklich gar kein Verlangen nach all dem Kram. Meine Schwester vergnügte sich mit ihrer Zuckerwatte und ich glaube, sie konnte nicht verstehen, warum ich nicht wenigstens ein kleines Stück nehme. Nein, möglichst gar kein Zucker...
Das Frühstücksbuffet
Im Hotel gab es ein riesiges Frühstück. Es sah alles wunderbar aus. Rührei, Speck,Käse, Wurst, diverse Brötchen & Säfte, Cappuccino, Müslis, sogar Bircher Müsli, Pancakes, Himbeersauce und ein Chia-Pudding. Auf meinem Teller landete dann aber nur ein gekochtes Ei, Gurken, eine halbe Tomate, Lachs mit Meerettichcreme und dazu gabs eine Schüssel mit frischer Ananas, Obstsalat (aber alles frisch), 2 Scheiben des sebstgemachten Brotes vom Freitag, lactosefreie Butter hatte ich mitgenommen. Schwarzer Kaffee und Wasser mit Pfefferminzeblättchen. Ich war auf jeden Fall auch satt und es war lecker.
...zurück stecken und später leckere Sachen essen...
Auf dem Nürnberger Christkindlmarkt sollte sich die Suche nach etwas Essbarem für mich schwerer gestalten. Eigentlich hätte es nur Marronis gegeben, die ich hätte bedenkenlos essen können. Darauf hatte ich aber leider keine Lust. Da es zwischendurch immer wieder regnete, kehrten wir in ein Café ein, in dem ich zum ersten Mal einen Heumilchlatte mit Kurkuma trank. Es war sicher auch die Umgebung, die Gemütlichkeit. - er war auf jeden Fall sehr gut und eine ideale Alternative zum normalen Cappuccino. Meine Mutter und Schwester assen eine Kürbissuppe (leider mit Rahm, Lactose) und für mich gab es dann 2 kleine Stücke Matjes mit gegrilltem Gemüse. Beim Matjes überlegte ich, ob das nicht auch auf der Liste mit ungeeigneten Lebensmitteln stand. Es war ehrlich gesagt auch ein Moment, in dem ich dieses Hashimoto echt doof fand. Ich hätte doch lieber drei dieser kleinen Bratwürste mit Senf gegessen. Nach dem Weihnachtsmarkt gab es im Hotelbett dann dafür noch ganz gemütlich eine kleine Obstzeit für meine Schwester und mich. Es gab sehr intensiv schmeckende Orangen und Mandarinen. Also war es meine Entschädigung und auch ok.
...kann es sein? Kein Verlangen nach Süssem nach nur 15 Tagen zuckerfrei?
Heute Morgen gab es dann nochmal so ein gesundes Frühstück, während alle Leute um mich rum ihre Bäuche mit jensten Sachen füllten. Für mich gabs wieder mein selbstgemachtes Brot mit Gurke & Tomate. Bei der Tomate dachte ich dann wieder, dass ich sie auch irgendwo auf einer Liste mi ungeeigneten Sachen für Hashis gefunden habe. 3 kleine Stücke, die ich leider aber nicht so geniessen konnte. Beim Obstsalat, bei dem wirklich alles frisch gemacht war, pickte ich nur die frische Ananas und zwei Trauben heraus. Ich fand den Obstsalat so unheimlich süss und war mir sicher, dass dort noch viel Zucker beigegeben wurde. Ich wollte einfach partout keinen "Industriezucker" zu mir nehmen. Meine Schwester ass ihn dann auf, sagte aber, dass sie sicher ist, dass dort kein zusätzlicher Zucker drin ist. Ich hatte leider nicht nachgefragt. Nach einem herrlichen Seenspaziergang fuhren wir zum Abschluss noch in eine Bäckerei, in der es bis auf Tee und schwarzen Kaffee natürlich gar nichts für mich gegeben hätte. Die Torten und Kuchen sahen unheimlich gut aus, meine Mutter gönnte sich auch gleich noch ein grosses Stück. Ich sah ihr zu und bemerkte, dass ich tatsächlich nicht mehr "futterneidisch" bin und es mir sehr leicht fällt, dem Ganzen zu widerstehen. Egal wie lecker die Sachen aussahen, ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben in einer Bäckerei keinerlei Verlangen nach Irgendwas.
Auf der Rückfahrt ass ich einen Apfel, ein wenig Nüsse und es reichte... Nichts mehr für heute, dennoch Stillstand auf der Waage... Das Schlimme ist im Moment, dass ich zwar wirklich gesund und eher wenig esse, trotzdem keine Kilos verliere. Nun folgt also Schritt 2: Mehr Sport.
Dienstag, 17.12.2019 - der erste kuchenfreie Geburtstag
Wie hart kann man nur zu sich selbst sein? Da habe ich Geburtstag und bleibe selbst heute meiner neuen Devise "zucker-, gluten- und lactosefrei" treu. Kein Stück Kuchen sondern frische Kokusnuss und ein Stück leckere Forelle mit selbstgemachtem Körner-Rüblibrot. Und das, obwohl ich heute wirklich in Versuchung war, mir zum ersten Mal so einen glutenfreien Cheeseburger bei McDonalds zu holen. Dann recherchierte ich aber noch ein wenig mehr bzgl. Zutaten und mir verging die Lust. Glutenfrei ok, dafür hätte der Cheeseburger aber Zucker und Lactose in sich. Muss echt nicht sein. Wobei es ehrlich gesagt doch etwas Zucker gab. Ich werde krank und nahm eine Echinacae-Tablette, ebenfalls Zucker enthalten - aber minimal, bislang war Echinacae mein Wundermittel bei aufkommenden Erkältungen und deshalb war es mir heute eine Ausnahme wert. Komplett zuckerfrei würde eben bedeuten, auch auf sehr viele Medikamente verzichten zu müssen. Neocitran könnte die nächste Zuckerausnahme werden. Aber das gibt es dann erst, wenn es wirklich eine schlimmere Erkältung werden sollte und der frische Ingwer mit Zitrone nicht hilft.
...alles rund ums Thema Ernährung...
Ab April 2020 werde ich wohl selbst wieder die Schulbank drücken. Jeden Montag und wenn es gut läuft werde ich dann im Sommer 2021 eine diplomierte Ernährungsberaterin sein, das soll dann aber nur ein 2. Standbein werden, vielleicht wird es in meinen künftigen Deutschkursen auch einfach ein Modul zum Thema Ernährung geben. Dieses Hashimoto hat mich zwar kalt erwischt, aber nun ist es auch spannend, ein neues Fachgebiet kennenzulernen. Vielleicht noch erwähnenswert: Die Weiterbildung kann ich direkt bei meinen Arbeitgebern machen - entweder bei der Bénédict Luzern oder Bénédict Zürich.... Bei der Bénédict Zürich hat meine Chefin selbst auch Hashimoto (gertenschlank, aber auf die Schokolade kann sie nicht verzichten). Dort liesse sich im Jahre 2021 vielleicht sogar ein erster Ernährungsberatungskurs lancieren - die Zukunft... Zuerst kommen mal die Verhandlungen zu den Kursgebühren. Leider ist der Lehrgang mit 8000 CHF (2 Raten) nicht gerade billig und nun bin ich mal gespannt, ob meine Arbeitgeber mir "Mitarbeiterrabatte" anbieten. Aber auch ohne Rabatt ginge es los, fühlt sich genau richtig an.
Kleines Geburtstagsgeschenk meiner Waage: Endlich gehts wieder bergab mit den Kilos, kein Kilo mehr und ich bin zumindestens beim ersten Etappenziel angekommen - unter 90... Nach wie vor heftig viel, aber was man sich über einige Jahre angefressen hat, geht leider auch nicht von heute auf morgen weg.
Freitag, 20.12.2019 - mit Grippe in die Ferien...
Matschig, k.o., schlapp - trotz gesunder Ernährung und vielen Vitaminen so richtig krank geworden. Diesmal schleppe ich mich aber ohne Neocitran, Wick MediNight und co. durch und setze auf Ingwer, Zitrone und viel Schlaf. Hoffentlich wird es nicht wie letztes Jahr - fast vier Wochen nonstop krank (natürlich in der kursfreien Zeit...). Damals lag es sicher aber auch am Stress mit meinem alten Arbeitgeber - gekündigt wegen einer einzigen Nachfrage zu einer Aussage unsere Bildungsleiterin bzgl. unseren Anstellungsbedingungen... Nunja: Diesen Dezember hat diese Frau nun selbst mit der Jobsuche zu tun, muss sich dann ebenfalls etwas Neues zum Frühjahr hin suchen. Ob sie auch soviel Glück wie ich hat und ein tolles neues Team findet?
Stress und Jobverlust als möglicher Hashimoto-Auslöser?
Krankheiten und die Auslöser... Stress soll ein möglicher Faktor sein, der auch Hashimoto auslösen kann. Meine Werte wurden im März 2019 gemessen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir aufgrund des Jobverlustes zum Juli 2019 bereits seit 3 Monaten sehr schlecht. Ich liebte meine Arbeit, meine Schüler, unterrichtete Flüchtlinge im Alten Zuger Kantonsspital, Arbeitsweg 5 Minuten... Ich fühlte mich damals wie in einem Käfig, meine Kündigung war - wenn man es objektiv betrachtet - rechtswidrig, sie erfolgte aus persönlichen Gründen - weil ich eine falsche Nachfrage gestellt hatte und diese Leitung nicht instande ist, Entschuldigungen für die Nachfrage anzunehmen. Nebenbei: So entsorgte diese Bildungsleiterin nicht nur mich, auch andere Kollegen, teils über 60, stellte dafür junge Kursleiterinnen an. In dieser Zeit unterrichtete ich meinen aus sozialen Gründen bekommenen letzten Flüchtlingskurs. Hätte ich mein Sprechverbot gebrochen, nochmal eine Nachricht an den obersten Leiter geschickt, hätte ich diesen letzten Kurs per sofort verloren. So war jedenfalls ihre Drohung.
Der berufliche Stress, die Anspannung, die Angst, nichts Neues als Kursleiterin DaF/ DaZ zu finden, liessen mein Schoki-Konsum in die Höhe schiessen. Es gab Tage, an denen ich mich nur von Kaffee und Süssem ernährte. Obst hatten wir eher selten zuhause. Ass ich Süssigkeiten, fühlte ich mich besser. Jedenfalls dachte ich, dass ich mich dann besser fühle, innerlich hatte mein Körper aber wohl die ganze Zeit irgendwelche Kämpfe, die mich letzten Endes vielleicht auch so emotional haben werden lassen. Also selbst schuld, einfach zu viel Zucker und Gluten gegessen...
Das Bett ruft.... Bis die Tage
P.S.: 2019 war zwar hart, aber letzten Endes hätte ich all diese neuen Menschen um mich herum nicht kennengelernt und hätte nun auch kein Mitarbeiterangebot für den Ernährungslehrgang. Vom Bénédict Luzern gab es sogar eine Geburtstags- und Weihnachtskarte, auf denen das ganze neue Team unterschrieben hat. Abschied heisst, was Neues kommt, denn anderswo gibts ein Hallo...
Sonntag, 22.12.2019 - vom ersten Cheeseburger & einen seltsamen Riegel und schlechter Laune
Ok, ich gebe es zu: Gestern hielt ich nach dem Geschenkeeinkauf bei McDonalds an! Es war ein wenig ein Abwägen - entweder jetzt einen glutenfreien Cheeseburger probieren, damit ein wenig Lactose & Zucker in Kauf nehmen oder später zu Hause noch Spinat mit Kartoffeln und Fisch kochen (nur dann hätte ich erst gegen 20 Uhr essen können). An der Kasse bestellte ich dann aus Gewohnheit gleich 2 Cheeseburger - 6 CHF, viel weniger Kosten als früher... Meine früheren Käufe waren in etwa so:
1 Chickenburger (oder auch mal ein Whopper) + 1 Fischburger + Pommes + Vanilleshake
Gedanken beim ersten, zweiten und dritten Cheeseburgerbiss
Als ich den ersten Biss nahm, schmeckte ich sofort den Zucker heraus. Ich fand den Ketchup und die Gurken unheimlich süss und habe dran gedacht, dass ich eine meiner früheren Lieblingsspeisen vielleicht nie wieder essen werde - Spaghetti mit Ketchup + zusätzlichen Zucker... (Es sei denn, ich stelle den Ketchup selbst und dann ohne Zucker - oder mit Kokusblütenzucker - her.)
Beim zweiten Biss dachte ich, dass ichs wirklich dumm finde, dass die Nahrungsmittelindustrie nahezu alle Produkte mit Zucker produziert. Sie fördern unsere Zuckerabhängigkeit und damit belasten sie dann das komplette Gesundheitssystem. Beim dritten Biss dachte ich, dass mir der Spinat mit den glutenfreien Fischstäbchen tatsächlich besser geschmeckt hätte. Ich war wirklich hungrig, ass deshalb den ersten Cheeseburger auf. Aber das reichte dann auch tatsächlich, den Zweiten verdrückte mein Freund am späten Abend.
Ein seltsamer süsser Riegel und Stunden später richtig schlechte Laune
Am gleichen Abend gegen 19 Uhr ass ich noch so einen komischen Schokoriegel, der zwar Kokusblütenzucker enthielt, dafür waren Soja & Milchpulver drin. Er schmeckte wirklich gut, irgendwie habe ich mir aber fast gedacht, dass es eher nicht hashimototauglich ist. Gegen 22 Uhr sassen mein Freund und ich gemütlich beisammen. Ich wollte ihm von einem Hashimoto-Video erzählen. In dem Video ging es um eine Frau mit Hashimoto, bei der die Schilddrüse angreifenden Antikörper auch auf das Gehirn losgingen! Sie schlief ständig und überall ein, war schnell reizbar und co. Mein Freund hatte mich dann immer wieder beim Sprechen unterbrochen und von der Schlafkrankheit erzählt. Ich weiss nicht, warum - aber mich nervte es auf einmal tierisch, dass er mir nicht richtig zuhört und eine andere Krankheit einwirft. Bei der Frau war es jedenfalls nicht die Schlafkrankeit sondern Hashimoto - und genau wie sie im Video war ich auf einmal so gereizt, zickig und wollte einfach nur ins Bett gehen. Ich zickte anschliessend im Bad noch herum und einen Gute Nacht Kuss wollte ich ihm später auch nicht mehr geben. Am frühen Morgen war meine schlechte Laune weg und ich entschuldigte mich erstmal mit einem grossen leckeren Frühstück bei ihm.
Ich kann mir nicht erklären, warum ich am Vorabend auf einmal so schlecht gelaunt war, ich steigerte mich hinein wie zu meinen aktiven Zucker-, Gluten- und Lactosezeiten. War es das schlechte Gewissen wegen des Cheeseburgers? Nein, bewusst gegessen und dabei gedacht, dass ich so schnell keinen mehr essen werde. Vielleicht hängt die Stimmung doch enger mit dem zusammen, was man isst. 2 Tage bis Heiligabend... 3 Tage bis zum Fondue Chinoise...
Dienstag, 24.12.2019 - frohe Weihnachten ohne Stolle & Guetsli
Weihnachten kann kommen, die neue Kleidung ist da.. Gestern war ich zum ersten Mal seit Hashimoto shoppen und stellte verzückt fest, dass mein Umfang geschrumpft ist, mindestens eine Kleidergrösse weniger! 4 neue Röcke und 5 neue Oberteile, 50% Rabatt...
Ich habe mich seit Ewigkeiten endlich wohl beim Blick in den Spiegel gefühlt, zwar wiege ich mit aktuell 89.6 nach wie vor viel zu viel, aber die Silhouette wird wieder besser. Beim Shoppen habe ich mir überlegt, den Belohnungsmechanismus einzuführen. Pro 5 Kilo Etappenziel schenke ich mir einen Einkaufsgutschein, 2 bis 3 neue Röcke... Also noch 4.6 Kilo- nach den Feiertagen vielleicht 5.6 Kilo - und es gibt wieder zwei, drei neue Röcke, dann endlich in Grösse 42. Aber diesmal dauert es wohl schon 6 bis 8 Wochen.
Ob ich der Eistorte heute Abend widerstehen kann? Morgen dann das Fondue Chinoise - und am Donnerstag koche ich, dann gibts Saibling und Rübli...
Und worauf ich mich in diesem Jahr am meisten freue: Das Verschenken - bin so gespannt, was mein Schatz zu seinem Occasions-Geschenk sagt... Wunderschön, wie neu, aber statt 290 CHF gerade mal 100 CHF, von denen 80 CHF vom Verkäuferehepaar an ein Mutter-Kind Projekt gespendet wurde. So bekommt das Occasionsgeschenk nochmal eine zusätzliche Bedeutung.
In dem Sinne: Frohe Weihnachten und viel Spass beim Verschenken!
Mittwoch, 25.12.2019 - Extra-Sauce an Heiligabend
Was war das gestern doch wieder für ein schönes und lustiges Fest... Fast schon traditionell verbrachten wir den Abend mit Stefans grosser Schwester, ihren drei Kindern, ihrem Mann und seiner Mutter "O-Mami". Den Weihnachtsbaum hatten in diesem Jahr die Kinder komplett allein geschmückt - wunderschön und voll mit Leckereien... Ich sass direkt neben zwei lecker aussehenden Schokotannenzapfen - diese Dinger liebte ich schon seit Kindheit an. Ich musste schnell wegschauen, sonst wäre ich vielleicht noch schwach geworden. Zum Glück lenkte mich O-Mami ab, in dem sie sich für meine neue Ernährung interessierte. Zuckerfrei - ich glaube, sie kann es sich kaum vorstellen, wie es geht, aber sie war auch aufgrund des Argumentes, dass ich seit der neuen Ernährung keinerlei Knieschmerzen mehr habe, sehr interessiert und nachdenklich.
Als wir darüber sprachen, dass in fast allen käuflich zu erwerbenden Lebensmitteln,selbst im Sushi, Zucker enthalten ist, klingte sich ihr kochender Sohn, der in einer Schokoladenfabrik arbeitet, ins Gespräch ein. Er sprach von der Zuckerlobby und dass sich der Lebensmittelmarkt transparenter und auch zuckerfreier gestalten sollte. Es gäbe ja andere Möglichkeiten, auch auf natürliche Art und Weise und gesünder zu süssen - aber ob das die "Zuckerlobby" will? Wollen sie uns einfach mithilfe des Zuckers abhängig machen? Würden wir ihre Produkte genauso kaufen, wenn sie weniger gezuckert - oder anders gezuckert- wären? Vielleicht müsste sich die Kokusblütenzuckerindustrie mit der Dattel- & Feigenindustrie zusammen schliessen und Nestlé, Emmi & Co. von sich überzeugen.
Ich bin jedenfalls überzeugt, dass man von Firmen, die natürlicher süssen, Aktien kaufen sollte und es etwas ist, was wohl bei den meisten Menschen gut ankommen würde.
Bis dahin wirds wohl noch eine Weile dauern und klar: Wenn man gesund ist und nicht mit Süssem übertreibt, ist es ja ok, ab und an zu naschen. Blöd für den Körper wirds halt einfach, wenn man die empfohlene Tagesmenge von ca. 40g Zucker überschreitet. Und das passiert dank der Lebensmittelindustrie zu schnell und unbemerkt.
Gestern Abend wurde aber alles frisch gekocht und zubereitet, keinerlei Zucker in der mega leckeren Extra-Champion-Morchel-Sauce - mit lactosefreiem Rahm! Ich konnte alles bedenkenlos essen und es war soooo lecker. Ich fragte dann später nochmal nach, ob in der Sauce eine Prise Zucker drin war - so kochte ich früher immer - aber nein: Null Zucker. Habs fast nicht geglaubt, weil ich sie als leicht süsslich geschmeckt habe. Am Morgen trank ich aber schon ein Glas lactosefreie Milch und empfand sie ebenfalls als recht süss. Der Geschmackssinn hat sich scheinbar schon verändert. Perfekt, weil ich den süssen Geschmack nach wie vor am meisten liebe.
Morgen gibt es Fondue Chinoise, evt. gibts "Zuckerausnahmen".
Freitag, 27.12.2019 - falsch gegessen und vom ersten Zuckerfressanfall
Ich muss gestehen: Ich bin froh, dass die Weihnachtstage nun durch sind, überall Kekse, Leckereien, denen man widerstehen muss, nicht ganz so hashi-ideales Essen (Fleisch & Saucen), hier und da ein wenig versteckter Zucker und gestern dann ein Zuckerfressanfall... Emotional war ich ab der Nacht vom 25. auf den 26. auch nicht mehr so aufgestellt. Zum einen hatte ich in der Nacht doch mit der Verdauung zu tun, schwitzte wieder ein wenig und schlief sehr unruhig und zum anderen war ich am 26.12. wieder sehr nahe am Wasser gebaut.
Was ich am 25.12. gegessen & getrunken habe:
Apéro: glutenfreies Brot mit Lachstatar (enthielt leider auch Zucker und Lactose), Walnüsse & Peacanüsse, Tomatensaft
Am Abend: Fondue Chinoise (bestes Bio-Fleisch vom Metzger), 3 kleine Scheiben saure Gurken (enthalten auch Zucker), verschiedene Saucen teils lactosefrei, einige mit Lactose, Senf & Mayonaise (davon ass ich aber sehr wenig), meine Lieblingssauce Preiselbeersauce (war lactosefrei, aber enthielt Zucker), was sehr lecker war: Fleisch mit Cocktailtomaten zusammen garen, Wasser
Dessert: lactosefreier Magerquark mit Obstsalat (keine Extra-Zucker-Zugabe, war u.a. mit Datteln gesüsst), schwarzer Kaffee
Am Morgen des 26.12. fühlte ich mich ausgelaugt, schlapp, nicht konzentriert und war innerlich so aufgewühlt, hatte ab und an zu tun, meine Tränen zurück zu halten. An Weihnachten denke ich besonders an meine eigene Familie, meine geliebten, 2008 verstorbenen Grosseltern und bin sicher auch deswegen etwas traurig, aber ich denke, dass ich ohne des Zuckers am Vortag aufgestellter gewesen wäre.
Die geplante Ausnahme - die im Zuckerfressanfall endete
Für den 26.12. hatte ich eine Ausnahme eingeplant. Meine Mutter hatte so eine leckere Stolle gebacken, für die ich eine Zuckerausnahme eingeplant hatte. Stefan und ich assen am Nachmittag jeweils ein grosses Stück Stolle - es war der absolute Wahnsinn. Sooooo lecker, unglaublich lecker, der Zucker wirkte. Die Stolle war voller Gluten, Lactose & extrem viel Zucker. Ich habe es so genossen und mich fast schon "glückseelig" gefühlt. Beim Essen sprach ich bereits von der zweiten Ausnahme. Anschliessend holte ich die Keksdose von Stefans Familie und wir teilten uns von jeder Sorte einen Keks. Wenn ich schon eine Ausnahme für Selbstgemachtes mache, dann auch für die Kekse. Nach den Keksen sah ich das Lebkuchenhaus meiner Schwester und gönnte mir dann sogar noch ein Lebkuchenherz mit Schokoladenüberzug. Unglaublich lecker. Und danach probierte ich auch noch ein Schoko-Krokant Herz von Stefans Schwester... Es war schrecklich, weil ich merkte, dass ich gerade einen totalen Zuckerrückfall habe.
Danach gingen wir etwa 1 1/2 Stunden spazieren und in der Zeit fingen dann auch gleich schon die Bauchschmerzen an. Es fühlte sich nicht mehr gut an. Nach dem Spaziergang war ich total erschöpft und schlief von ca. 19 bis 21 Uhr und dann wieder von 22:00 bis 24 Uhr -bis wir dann richtig schlafen gingen. In der Nacht wachte ich ein paar Mal auf, einige Male, weil mir die Finger, Hände eingeschlafen waren. Könnte vielleicht auf Diabetis hinweisen, aber das wird dann im neuen Jahr alles genau gecheckt.
Lehrgang Ernährungsberater - vielleicht auch nicht
Heute hatte ich dann eine wirklich gute und offene Beratung zum Ernährungsberater-Lehrgang bei meinem Arbeitgeber. Es war ein wenig ernüchternd. Der Lehrgang sei erstmal mehr als Hobby und für den Eigengebrauch anzusehen. In einigen Gesundheitspraxen könne man wohl schon mit dieser Grundausbildung arbeiten, aber für eine Anerkennung auch bei den Krankenkassen muss man nach den ersten beiden Modulen, insgesamt 14 Monate weitere 14 Monate ranhängen - und anschliessend würde erst der Anerkennungsprozess losgehen, müsste man dann aber erst noch abklären. Die Inhalte des 3. Moduls sind auf jeden Fall happig, komplette Anatomie, 1000de Fachbegriffe und Detailwissen. Vielleicht sollte ich doch besser beim Deutschlehrerleben bleiben und mich hier weiterbilden. 3 Monate Zeit für die Entscheidung.
Montag, 30.12.2019 - mit knurrendem Magen
Vorsätze fürs neue Jahr: Wieder besser auf die Ernährung und Zutatenlisten aufpassen...Seit dem 25.12. war doch hin und wieder etwas Zucker, teilweise Lactose & Gluten im Essen, falsche Essenszeiten. Ergebnis: Ich fühle mich wieder total müde, schwer, aufgebläht und unwohl.
Zuerst Porridge und danach Chicken Satay
Wahrscheinlich ist meine Ernährung am Wochenende dran schuld: Samstag - "Frühstück" gegen 13 Uhr u.a. Porridge (gluten-und zuckerfrei) mit Obstpüree (Mango, Apfel, Banane), ein Ei, ein selbstgebackenes Brötchen mit Lachs & Reissirup - Zutaten zwar alle hashiverträglich, aber zu viel des Guten... Dafür liefen wir dann wenigstens noch vom Zugerberg runter. Am Abend stand noch ein HC Konzert in der Luzerner Schüür an. Stefan wollte unterwegs noch etwas essen, ich machte mir gegen 18:00 Uhr noch ein Porridge wieder mit etwas Obstpüree, dazu ass ich dann noch eine Scheibe Rübli-Kürbis-Brot (ohne Belag) . Gegen 19 Uhr standen wir dann im Takeawaay - es sah alles so lecker aus, ich bekam trotz Porridge wieder Lust aufs Essen - guten Vorsätze weg, dafür gabs eine Portion Chicken Satay mit Reis für mich. Stefan nahm ein Rindercurry. Im Zug liessen wir es uns schmecken - meins war extrem süss und mit viel Sauce, nicht hashi-tauglich, aber ich ass es auf. In der Schüür gabs dann später für mich so ein Lime Bier und ein Cardinal Draft - beides schmeckte mir nicht, trank jeweils nur etwas über die Hälfte und dann gabs endlich einfach ein Mineralwasser.
Hausmannskost von "früher"
Gestern war die Ernährung soweit ok - bis ich am Abend den eingefrorenen Kohl, Rotkohl mit Hackfleisch und Kartoffeln warm machte. Essen, das ich im November vor Hashimoto gemacht hatte. Der Rotkohl war dementsprechend mit Marmelade gemacht und der Kohl enthielt auch die Prise Zucker, von der meine Oma immer sagte, dass sie an jedes Essen gehört. Ich ass zwar nur sehr wenig Fleisch, ein kleines Stück Kartoffel, dafür mehr Weiss- und Rotkohl, aber es war einfach mit Zucker und zu spät - 20 Uhr - und ich ass danach sogar noch ein Dessert (Bananenkakaopudding nach Hashimoto-Art). Danach schlief ich noch vor Filmstart auf der Couch ein, wachte erst 23 Uhr wieder auf und fühlte mich wie gerädert. Ich ass schnell die beiden kleinen Kokosnusskekse und ging dann ins Bett.
16 Stunden Intervallfasten
Wer sein Körpergefühl zurück will und seinem Körper etwas Gutes tun will, sollte das Intervallfasten ausprobieren. 16 Stunden nach der letzten Mahlzeit nichts essen, danach natürlich auch überlegen, was und wieviel man isst. Von der Methode hatte mir meine Schwester schon früher öfter mal erzählt, doch das war zu der Zeit, als ich diese Hashi-Diagnose noch nicht hatte und mich nicht gross für Diäten interessiert hatte. Meine Schwester legte Ende 2000 mit der Schwangerschaft rund 26 Kilo zu, brauchte dann etwa 2-3 Jahre, um wieder in Form zu kommen. Sie hat Kleidergrösse 38- also rank und schlank. Sie nahm mit Weight Watchers sehr viel ab, hat in dieser Zeit auch recht viel über Lebensmittel und gute Ernährung gelernt. Heutzutage gönnt sie sich auch so einige Leckereien, aber dann gibts wieder Sport und gesundes Essen. Disziplin, planen - bei Hashimoto wohl auch wichtig (jedenfalls, wenn man sich wohl fühlen möchte).
Mein Plan für heute
bis 15 Uhr nur trinken (Kaffee, Wasser)
15 Uhr: Scheibe Rübli-Körnerbrot mit Gurke, eine kleine Schüssel Porridge (heute ohne Obstbrei)
18:30 Uhr: Scheibe Rübli-Körnerbrot mit einer Prise Kokusblütenzucker, kleine Portion Apfel-Rübli-Salat
Mein Plan für den 31.12.
bis 12:30 Uhr nur trinken, Yoghi-Tee (mit etwas Mandelmilch und etwas Dattelsirup)
12:30 Uhr : kleine Schale Müsli mit Milch (gluten-, lactose-, zuckerfrei), eine Birne
am Abend: Restaurant - kleiner Salat, Fisch, Mineral
24:00 Uhr: Anstossen mit einem Baarer Hirsebier
Fazit des ersten Monats nach Hashimoto-Diagnose
Es war ein Monat zuerst mit Höhen, dann mit Tiefen. Es ist eine Umstellung, an die man sich erst gewöhnen muss. Schafft man es aber, sich nach Hashimoto zu ernähren, wird man durch ein neues Lebens- und Körpergefühl belohnt. Man fühlt sich fitter, ist konzentrierter, leistungsfähiger, ausgeglichener, zuversichtlich, man fühlt sich in seinem Körper wohler. Es ist aber schwierig, komplett auf diesen "Industriezucker" und Lactose zu verzichten, weil die Lebensmittelindustrie quasi in allen Produkten Zucker und co. versteckt. Es gibt zwar einige komplett hashimotoverträgliche Lebensmittel - aber das ist definitiv ein ausbaubarer Markt, vielleicht vergleichbar mit Benzin- und Elektroautos - irgendwann sind die schädlichen Sachen nicht mehr gefragt und der Markt muss sich schnell anpassen.
Wie sich die Sinne verändern
Der Geschmackssinn hat sich bereits in den ersten zuckerfreien Tagen extrem verändert. Ich schmecke intensiver und habe wieder Freude an "einfachen" Lebensmitteln entwickelt. Es gab Momente, in denen ich mich fragte, ob ich doch versehentlich den Tee gesüsst habe. Der Schwarztee schmeckte auf einmal so süss, der Früchtetee schmeckte sogar nach Zuckerwatte! Mandarinen, Rübli, Zitronenwasser - alles bekam nach und nach einen viel intensiveren und meist süsslichen Geschmack. Selbst die helle Grapefruit schmeckt mittlerweile von Natur aus für mich zuckersüss. Was mir komischerweise nicht schwer viel: Der Verzicht auf Dickmann, Schokolade und co. Hier habe ich erste Schoki-Experimente gemacht und so hatte ich "gesunde" Schokopralinen im Tiefkühler. Dazu hatte ich "Schwarz-Weiss-Kekse nach Hashimoto" gebacken (mit glutenfreiem Mehl und Datteln als Zuckeralternative), die echt eine Alternative sind.
Fisch, Fleisch und Nüsse
Auf Fleisch hatte ich eigentlich gar keine Lust, auch wenn es dann mal einen glutenfreien Cheeseburger und das Fondue Chinoise am 25.12. gab. Bei den Lebensmitteln sollte man generell und vor allem bei Hashimoto auf die Qualität achten, möglichst Bio - was beim Fondue Chinoise der Fall war. Fisch esse ich generell gerne, im Dezember hatte ich wohl mindestens jeden 2. Tag irgendetwas mit Fisch - Lachs, Forelle oder Thunfisch - gegessen. In Lachs ist "Selen" enthalten - das, was man bei Hashimoto sonst in Tablettenform bekommt. Peacanüsse enthalten ebenfalls Selen - also in Massen zugreifen und geniessen. Nüsse sind ebenfalls eine super Alternative zu den Leckereien von früher. Cashew, Erdnüsse sollte man meiden - man kann es aber auch ab und an mal essen, wenn mans verträgt. Unter dem Link vom NDR gibt es ein paar nützliche Infos:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Hashimoto,hashimoto110.html
Hashimoto und das eigene Gewicht
Falls es Ihnen wie mir geht und Sie im Moment auch ein paar Kilos zu viel haben, gibt es gute Nachrichten: Es lohnt sich, gluten-/ lactose- und "industriezuckerfrei" zu essen. Die Kilos werden nach und nach weniger. Wenn Sie Hashimoto haben, wird es bei dieser "unfreiwilligen" Diät zumindest keinen Jojo-Effekt geben, da wir ja langfristig/ für immer anders essen müssen. Vielleicht gibt es mal den einen oder anderen Rückfall/ Ausnahme, aber man wird sich bewusster, dass die Ernährung einen direkten Einfluss auf den kompletten Körper hat. Rückfalle sollte man übrigens versuchen zu vermeiden. Es ist danach sehr schwer, seinen Appetit und das Verlangen nach mehr zu zügeln. Hier braucht es dann viel Disziplin - aber es lohnt sich, wieder in den "Hashimoto-Rythmus" zu kommen. Etappenziele setzen - meine Etappen sind in 5 Kilo-Schritten, bei Erreichen gibts zwei, drei neue Röcke...
In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr, viele spannende und schöne Momente - und natürlich: Bleiben Sie gesund und denken Sie bei der Ernährung an Ihren Körper.
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